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Das Lerntypen-Experiment

Das Lerntypen-Experiment dient dazu, den eigenen Lerntyp zu finden. Es ist lustig und kann als gemeinsame Familienaktion durchgeführt werden. Auch Erwachsene können teilnehmen. Das Experiment verlangt Vorbereitung, macht aber viel Spaß.
Es besteht aus vier Teilen. In jedem geht es darum, sich möglichst viele von 15 Wörtern zu merken. In den ersten drei Teilen wird je ein Lernweg für sich dargeboten, im vierten Teil werden die Lernwege kombiniert.
Jeder Teil ist gleich aufgebaut:
  • Darbietung der Wörter
  • Ablenkung (sonst würde nur das Kurzzeitgedächtnis getestet)
  • Die Teilnehmer haben eine Minute Zeit, möglichst viele Wörter auf einem Blatt zu notieren.
Auswertung: Für jedes richtige Wort gibt es einen Punkt. Rechtschreibung zählt nicht! Die Wörter müssen auch nicht in der vorgegebenen Reihenfolge aufgeschrieben werden. Die Punkte werden für jeden Durchgang einzeln notiert. So zeigt sich, welche Lernwege für Ihr Kind die besten sind.
 
Hören1. Durchgang: Lernweg „Wörter hören“
  • Jedes Wort einmal deutlich aussprechen. Nach jedem Wort etwa 3-4 Sekunden Pause machen.
  • Ablenkung: gemeinsam 3 Minuten lang singen
  • Wortliste: Computer, Flasche, Paprika, Känguru, Rhein, Freiheit, Briefmarke, Basketball, Nase, Socken, Vorhang, Osterei, Schnupfen, Eisen, Zange
Schreiben2. Durchgang: Lernweg „Wörter sehen/lesen“
  • Die Wörter groß und deutlich auf ein Blatt schreiben. Jedes Wort 3-4 Sekunden lang zeigen, ohne es auszusprechen. Die Teilnehmer dürfen es auch nicht laut sagen oder flüstern.
  • Ablenkung: schriftlich 3 Minuten lang rechnen (Aufgaben wie 14567 mal 32345); ob das Ergebnis richtig ist, ist dabei egal – Hauptsache der optische Kanal wird beschäftigt
  • Wortliste: Kaffeefilter, Schlafanzug, Seite, Tablette, Kartoffel, Finger, Kissen, Schach, Hass, Teppich, Rose, Jäger, Donau, Schere
3. Durchgang: Lernweg „Gegenstände sehen“Hören
  • Jeden Gegenstand 3-4 Sekunden lang zeigen. Legen Sie die Gegenstände vorher in eine Tüte, nehmen Sie sie dann einzeln heraus und verstauen Sie sie gleich nach der Präsentation in einer anderen Tüte. Auch hier darf kein Teilnehmer das Wort sprechen oder flüstern.
  • Ablenkung: Teilnehmer sollen sich 3 Minuten lang verrückte Dinge bildlich vorstellen, z.B. wie Tante X auf einem Elefanten den Onkel Y im Urwald verfolgt
  • Wortliste: Feuerzeug, CD, Löffel, Banane, Zahnpasta, Schere, Geldbeutel, Plüschtier, Schuh, Zeitung, Salzstreuer, Unterhose, Deo, Foto, Radiergummi
Handeln4. Durchgang: Verknüpfung der Lernwege
  • Das ist der aufwändigste Teil! Aber durch eine solche Verknüpfung sind die besten Ergebnisse zu erzielen – das soll das Kind merken.
  • Die Lernwörter werden in eine Geschichte eingekleidet. Jeder Gegenstand wird einzeln gezeigt und ausgesprochen. Zudem wird schrittweise eine Wörterliste abgedeckt, so dass die Teilnehmer die Wörter auch lesen. Dazu die Wörter groß auf ein Zeichenblockblatt schreiben. Am Schluss die Liste im Ganzen vorlesen (= Wiederholung, die für das Lernen ja wichtig ist). 
  • Ablenkung: ein Ratespiel (z.B. „Ich sehe was, was du nicht siehst“), ein Lied singen, Gymnastikübungen (3 Minuten lang)
  • Wortliste: Schrank (oder Regal), Plastiktüte, Stift, Landkarte, Geldschein, Freude, Milch, Seife, Hammer, Uhr, Schreck, Postkarte, Kerze, Tanz, Taschentuch
  • Geschichte (Gegenstände sind hervorgehoben): Neulich entdeckte ich im Schrank (oder Regal – darauf zeigen!) eine Plastiktüte. Darin waren ein Stift, eine Landkarte und ein Geldschein. Da spürte ich eine große Freude (übertrieben vormachen!). Mit dem Geldschein kaufte ich ein. Ich holte eine Tüte Milch, ein Stück Seife und einen Hammer. Als ich auf meine Uhr schaute, war es schon spät. Ich bekam einen richtigen Schreck (übertrieben vormachen!). Ich raste nach Hause. Dort trank ich einen Schluck Milch und schrieb mit dem Stift eine Postkarte an Onkel Fritz. Damit der weiß, wie ich rieche, rubbelte ich mit der Seife auf der Postkarte (nur so tun als ob; wenn der Geruch im Raum hängt, merkt man sich das Wort „Seife“ zu leicht). Auf der Landkarte schaute ich, wo er wohnt. Nach so viel Arbeit zündete ich eine Kerze an und entspannte mich mit einem Tanz (vormachen!). Dabei schüttete ich die Milch um. Mit einem Taschentuch war der Fleck aber schnell weg.
Es ist klar, dass bei diesem vierten Durchgang nicht nur Lernwege kombiniert, sondern Wiederholungen eingesetzt werden. Auch das führt dazu, dass die Ergebnisse meist besser ausfallen als die in den anderen Durchgängen. Doch das schadet nichts: Wiederholung ist eine Grundvoraussetzung für nachhaltiges Lernen.
 
Auswertung des Experiments
Entscheidend ist nicht die absolute Höhe der Ergebnisse – bloß keinen Konkurrenzkampf aufkommen lassen, wenn mehrere Personen mitmachen! Entscheidend ist vielmehr, in welchem Bereich jeder Teilnehmer am besten abgeschnitten hat. Das ist sein effektivster Lernweg.
 

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